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Arbeitskreis Agrarpolitik / Junglandwirt/innen
Wir als Rheinische Landjugend verstehen uns als Interessenvertretung junger Landwirtinnen und Landwirte. Es ist wichtig, dass junge Landwirtinnen und Landwirte ein Forum finden, wo sie miteinander ins Gespräch kommen, Gleichgesinnte finden, gemeinsam agrarpolitische Positionen entwickeln und sich kollegial beraten können. Wir als Rheinische Landjugend möchten mit unserem Verband ein solches Forum bieten. Die Agrararbeit liegt uns am Herzen und ist ein wichtiges Standbein unserer Verbandsarbeit, denn sie unterscheidet uns von anderen Jugendverbänden. Wir setzen uns mit agrarpolitischen Themen auseinander und versuchen die Agrarpolitik aktiv mitzugestalten. Unsere Agrararbeit wird über den Arbeitskreis Agrarpolitik und den Agrarstammtisch durchgeführt. Über die Einrichtung und Betreuung von Stammtischen für Junglandwirtinnen und Junglandwirte möchten wir eine Vernetzung gewährleisten. Wir führen fachliche Lehrfahrten im In- und Ausland durch und organisieren Betriebsbesichtigungen und Fachliche Seminare. |
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Agrarstammtisch "Agrarwelt in Zahlen" am 29.03.2012 ![]() Rund 40 Landjugendliche verfolgten mit Hochspannung der agrarischen Zahlenwelt. Das es auf der Welt voller wird, war eine der vielen Kernbotschaften von Dierichs. Die Weltbevölkerung wächst rasant. Am 31.10.2011 wurde die 7 Milliarden Menschen Marke überwunden bei einem täglichen Zuwachs des 2,5 fachen der Ratinger Einwohnerzahl. Bis 2025 sollen es 8 Mrd. Menschen auf der Welt geben. Die 9 Mrd. werden vorrausichtlich 2050 erreicht sein. Die Lebensstandards der Weltbevölkerung sind dabei zurzeit noch sehr unterschiedlich. Vergleicht man dazu die prozentuellen Ausgaben der Bevölkerung für Lebensmittel so wurde in Deutschland 1850 61 % der Einnahmen für Lebensmittel ausgegeben. 1950 waren es nur noch 44 % und 2009 nur noch 10 %. In den Entwicklungsländern sind es 2009 noch über 75 % gewesen. In Russland immerhin noch die Hälfte der Einkünfte. In den rasant wachsenden Ländern China und Indien nur noch 35 %. Der Wohlstand in diesen Ländern wird dort somit weiter wachsen und damit auch der Bedarf an qualitativ hochwertigen Lebensmitteln wie zum Beispiel den Fleischwaren wird weiter steigen. Für ein Kilogramm Schweinefleisch werden dreiKilogramm Getreide benötigt. Bei Rindfleisch schon neun Kilogramm. Wenn sich China so rasant weiterentwickelt, wie bisher, könnte alleine China im Jahr 2031 rund 70 Prozent der heutigen weltweiten Getreideproduktion für seine Bevölkerung beanspruchen. Auch beim Thema "Umgang mit Rohstoffen" überraschte Henning Dierichs mit alarmierenden Zahlen. "Würden heute alle Menschen auf der Welt nach deutschen Standards leben, so bräuchten wir für eine dauerhaft (=nachhaltig) mögliche Lebensweise rund 2,5 Erden". Von daher bleibe die Lebensmittelproduktion die wichtigste Aufgabe der Landwirtschaft, so Dierichs. Vor diesem Hintergrund ging es auch um den Flächenverbrauch in Deutschland. Täglich werden ca. 95 ha Ackerfläche versiegelt und für die Urproduktion unbrauchbar gemacht. In China so Dierichs werden täglich um die 3000 ha versiegelt. In Frankreich ca. 235 ha. Wenn wir so weiter machen würden, wie heute, wären die Ackerflächen in Nordrhein Westfalen in etwa 275 Jahren erschöpft. In China schon in 160 Jahren. Dierichs wies darauf hin, dass für jeden Hektar der in der Eurozone verloren geht drei bis fünf Hektar auf der Welt benötigt werden um gleiche Erträge zu erzielen. Beängstigend hinzu kommt bei steigenden Bevölkerungszahlen der theoretisch benötigte Flächenbedarf. Unter aktuell gleichbleibenden Bedingungen benötigen wir bei acht Mrd. Menschen zusätzlich 125 Mio. Hektar Landwirtschaftliche Nutzfläche und bei neun Mrd. schon 250 Mio. Hektar. "Und die EU denkt über 7 % Greening nach!" so Dierichs. ![]() Referent Henning Dierichs (l.) und Christian Miesen 1. Vorsitzender der RLJ (r.) waren sehr mit dem agrarischen Abend zufrieden. Ein Hektar Zuckerrüben als Beispiel produzieren den Sauerstoffjahresbedarf von 58 Personen. Winterraps von 40, Getreide von 35 und interessanterweise der Wald nur für 15 Personen. Unter dieser Betrachtungsweise stellt der Ackerbau die beste Ausgleichsmaßnahme dar, so Dierichs. Weitere Kernbotschaften zum Thema Energie, wie zum Beispiel "Es ist eine Tatsache, dass wir in 40 Jahren nicht mehr über den Verbrennungsmotor reden" und "Die Sonne in einer Stunde soviel Energieliefert, wie die Gesamte Menschheit an einem Tag verbraucht" brachten die Landjugendlichen zum nachdenken. Bei der Betrachtung des Getreide und Heizölpreises liegt der Heizwert von Getreide deutlich höher als der Getreidemarktwert für die Lebensmittelproduktion. Bei einem Heizölpreis von 70 Cent würde dies einem Getreidepreis von 28 €/dt entsprechen, bei 90 Cent schon von 36 €/dt. Zur Auflockerung zeigte Dierichs ein Foto mit Hund und Katz und stellte die Frage "Welches Bundesland braucht man um Hund und Katz zu ernähren?" die Antworten waren vielfältig. Die Ackerfläche von Baden Württemberg für den Kalorienverbrauch der Hunde und die Ackerflächen Hessens für die Katzen. |
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Bericht des 1. RLJ Agrarforums für Junglandwirt/innen am 12./13.11.2005 "Wohin geht die deutsche Landwirtschaft?" ![]() Der Weg der Unternehmer Das Seminar "Meine Prognose ist, dass wir in Zukunft nur noch zwei bis drei landwirtschaftliche Unternehmer pro Kirchspiel oder Bauernschaft haben werden, die ihren Betrieb im Vollerwerb führen. Ich würde mir wünschen, dass Sie schon mal untereinander aushandeln, wer von Ihnen dazugehört und was die anderen tun können." Mit dieser und ähnlich provokanten Thesen regten die Referenten Dr. Gerd Wesselmann von der WGZ-Bank und Dr. Karl Eggers, Unternehmensberater, die Diskussion während des Agrarforums der Rheinischen Landjugend an. Am 12. und 13. November 05 folgten rund 25 junge Landwirtinnen und Landwirte der Einladung der RLJ in die Jugendherberge in Xanten, um gemeinsam in die Zukunft der deutschen Landwirtschaft zu blicken. In Anlehnung an die Junglandwirte - Kongresse des BDL hat der Landesvorstand der RLJ das Agrarforum erstmalig nur für das Rheinland ins Leben gerufen.
Unter fachkundiger Moderation der Referenten diskutierten junge Landwirte, Studenten der Agrarwirtschaft und Auszubildende darüber, in welche Richtung der Strukturwandel in der Landwirtschaft gehen wird und wie die neue Generation der Betriebsleiter unternehmerisch darauf reagiert."Mich hat interessiert, wie Fachleute, die sich in der Branche auskennen, die Zukunft der Landwirtschaft und die Entwicklung des Strukturwandels einschätzen. Außerdem wollte ich Kontakte zu anderen jungen Landwirten knüpfen", so formuliert Moritz Stöcker, junger Landwirt aus Mettmann seine Erwartungen an das Agrarforum.
Er sieht seine Erwartungen mehr als erfüllt, denn mit den Referenten Dr. Eggers und Dr. Wesselmann hatten die Teilnehmer Gesprächspartner, die in der Landwirtschaft verwurzelt sind, die sich unternehmerisch bestens auskennen und in der jungen Generation die Zukunft der Landwirtschaft sehen."Während der Tagung wurden Gedanken bei mir angestoßen, unseren Betrieb zu Hause einmal zu durchleuchten und Veränderungen in Angriff zu nehmen. Diese Ideen würde ich gerne mit Dr. Wesselmann durchsprechen und mich beraten lassen", antwortet Moritz Stöcker auf die Frage, was er von der Veranstaltung mitgenommen hat. Die Teilnehmer wurden aktiv in die Vorträge der Referenten miteinbezogen, ihre Einschätzungen und Fragen sowie die betrieblichen Situationen bildeten die Grundlage für die Ausführungen der Referenten. Dieses teilnehmerorientierte Vorgehen ermöglichte, dass jeder mit vielen Anregungen und Ideen nach Hause gehen konnte. Die Referenten stellten wichtige Kernaussagen auf. Gedankenanstöße, die zum Nachdenken und Weiterdenken anregen sollen. Sozusagen Ratschläge für ein gutes Unternehmertum, die beherzigt werden könnten.
Die BetriebsbesichtigungAls Beispiel für den Weg eines Unternehmers wurde im Rahmen des Agrar-Forums der Milchviehbetrieb der Familie Vedder in Emmerich- Dornick besichtigt. Rolf Vedder hat investiert und einen Quantensprung vollzogen, indem er einen neuen Stall und ein 40er Melkkarussell gebaut hat. Seinen Viehbestand erhöhte er von 70 auf über 300 Kühe.
Rolf Vedder bewirtschaftet den Betrieb mit seiner Frau, einem Mitarbeiter und vier Auszubildenden. Sein Sohn wird nach dem Studium in den Betrieb mit einsteigen.Durch ein straffes Arbeitstempo und mit Nachbarschaftshilfe organisiert die Familie den vorzeigbaren Betrieb und bleibt stets bemüht, optimistisch in die Zukunft zu schauen. Die Teilnehmer waren von dem unternehmerischen Ehrgeiz beeindruckt. "Ein toller Betrieb! Wahnsinn, was Rolf Vedder sich da aufgebaut hat. Aber ich weiß nicht, ob ich mit ihm wegen der großen Verantwortung tauschen möchte", so lautete der Kommentar von Stefan Lüttenberg, Landwirt und Teilnehmer des Forums. Die Vernetzung Auf der Tagung wurde viel über Vernetzung und Austausch von Unternehmern gesprochen. Es ist wichtig, dass junge Landwirtinnen und Landwirte ein Forum finden, wo sie miteinander ins Gespräch kommen, Gleichgesinnte finden, gemeinsam agrarpolitische Positionen entwickeln und sich kollegial beraten können. "Wir als Rheinische Landjugend möchten mit unserem Verband ein solches Forum bieten", da sind sich Mareike Bredtmann und Jens Buchmann, die beiden Vorsitzenden der RLJ einig. "Die Agrararbeit liegt uns sehr am Herzen und ist wichtig, denn sie unterscheidet uns von anderen Jugendverbänden." Die RLJ möchte ihre agrarpolitische Arbeit intensivieren und über den Arbeitskreis Agrarpolitik sowie über die Einrichtung und Betreuung von Stammtischen für Junglandwirtinnen und Junglandwirte die Vernetzung gewährleisten. "Es freut uns, dass unser Agrarforum in Xanten auch junge Landwirte angesprochen hat, die nicht aus den Reihen der RLJ stammen. Dieses Interesse an unserer Veranstaltung bestätigt, dass wir mit unserer Agrararbeit auf dem richtigen Weg sind. Am Ende des Forums haben sich sogar zwei Teilnehmer entschieden, Mitglied der Rheinischen Landjugend zu werden, um die Möglichkeit des Austausches weiterhin zu nutzen. Das motiviert uns natürlich insbesondere, auch im folgenden Jahr agrarpolitisch aktiv zu sein", schlussfolgern die Vorsitzenden nach der Auswertung der Tagung. Auf jeden Fall ist für den Herbst 2006 bereits ein Agrarforum geplant. Sandra Unger Unternehmerische Strategie - Alternativen
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